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Stimmt's? Die Stimme - mehr als nur ein Kommunikationsmittel

Sie ist so individuell und unverwechselbar wie ein Gesicht. Sie bietet uns ein faszinierendes Spektrum von Möglichkeiten, sprechend oder singend zu kommunizieren. Bei Männern ist sie tiefer als bei Frauen, bei Kindern höher als bei Erwachsenen. Doch wie funktioniert eigentlich unsere Stimme?

 

Wie Stimme entsteht

 

Das Organ, dem wir diese einzigartige Ausdrucksmöglichkeit zu verdanken haben, ist der Kehlkopf. Dieser liegt in unserem Hals – direkt auf der Luftröhre und hinter der Schilddrüse, eingebettet in Gewebe, Muskeln, Bänder und Membranen. Unser Kehlkopf besteht aus verschiedenen Knorpeln – wie beispielsweise dem Thyroid, dem sogenannten Schildknorpel, der vor allem bei Männern als „Adamsapfel“ sichtbar wird – sowie aus vielen kleinen Muskeln, die in unterschiedlichste Richtungen verlaufen. Auch unsere Stimmlippen bestehen unter anderem aus einem Muskel, der zusätzlich mit Bindegewebe und Schleimhaut überzogen ist. Das feine Zusammenspiel all dieser unterschiedlichen Komponenten mit unserer Ausatemluft bringt unsere Stimmlippen zum Schwingen – ein Ton entsteht. Weil jeder Kehlkopf und seine Strukturen dabei ganz individuell und von Mensch zu Mensch verschieden sind, klingt jede Stimme anders. So können wir bekannte Menschen - seien es Freunde, Verwandte oder berühmte Radiomoderatoren - oft bereits an ihrer Stimme erkennen. Stimmen von geliebten Menschen oder fantastischen Opernsängern können eine Gänsehaut bei uns erzeugen, während uns andere hingegen das Blut in den Adern gefrieren lassen können. Die Stimme hat also eine gewaltige Wirkung und ist ein wichtiges, für uns oft ganz selbstverständliches Instrument.

 

Wenn die Stimme nicht mehr mitmacht

 

Dass unsere Stimme jedoch alles andere als selbstverständlich ist und auch krank werden kann, erfahren die meisten Menschen oft im Rahmen einer Erkältung – sie klingt dann rau, heiser, das Sprechen schmerzt im Hals, vielleicht versagt die Stimme sogar ganz. Diese Symptomatik klingt dann häufig mit dem Ende der Erkrankung wieder ab. Ist dies nicht der Fall oder treten die Symptome unabhängig von einer Erkältung auf, könnte es sich um eine funktionelle Dysphonie handeln – eine Erkrankung, die ohne organische Ursachen unsere Stimmfähigkeit einschränkt. Ein häufiger Grund dafür kann beispielsweise eine falsche Stimmtechnik sein, die die feinen Strukturen um unseren Kehlkopf herum auf Dauer schädigt und bis hin zu Knötchen auf den Stimmlippen führen kann. Gerade Menschen in Sprechberufen – und das sind immerhin ein Drittel der in Deutschland Erwerbstätigen, also Menschen wie Erzieher, Anwälte, Verkäufer, Lehrer oder Schauspieler – sollten gut auf ihre Stimme achten und im Zweifel einen HNO-Arzt oder einen Phoniater aufsuchen. Dieser kann eine logopädische Therapie verordnen, in der die richtige Stimmtechnik erlernt werden kann.

 

Tipps zur Stimmpflege

 

Doch nicht nur für diese Patienten, sondern für alle Menschen die ihre Stimme pflegen wollen, gibt es ein paar allgemeine Tipps zur sogenannten „Stimmhygiene“:

 

  • Wie alle Schleimhäute sind auch die Stimmlippen dankbar für Flüssigkeit. Trinken Sie ausreichend, um Ihre Schleimhäute optimal zu befeuchten. Greifen Sie dabei am besten auf ungesüßte Getränke wie Tee (am besten Salbei) zurück, die weder zu heiß noch zu kalt sind. Aber Achtung: Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder auch Pfefferminz- oder Kamillentee trocknen die Schleimhäute aus und sollten daher nur in Maßen genossen werden.

 

  • Besonders würzige, heiße, säurehaltige oder scharfe Speisen können die Stimmlippen reizen und angreifen und somit auch die stimmliche Belastbarkeit einschränken.

 

  • Sorgen Sie für ausreichend frische Luftzufuhr.

 

  • Schaffen Sie kleine Pausen für Lockerungsübungen (Schultern kreisen, in die Seiten dehnen,…).

 

  • Flüstern strengt die Kehlkopfmuskulatur an und sollte vermieden werden.

 

  • Vermeiden Sie häufiges Räuspern! Für die Stimmlippen ist das wie ein Auffahrunfall. Alternativ können Sie beispielsweise kurz summen, dabei den Brustkorb abklopfen, husten und schlucken.

 

Als Experten für Stimme und Stimmfunktion können Logopäden Sie bei allen Fragen und Anliegen rund um Ihre Stimme gerne professionell und umfassend beraten.